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Bildungsstudie: Griechenland gehört (angeblich) zu den Schlusslichtern Europas

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Kefalonitissa
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Bildungsstudie: Griechenland gehört (angeblich) zu den Schlusslichtern Europas

by: Kefalonitissa at 30.08.2010 16:33:46

Bildungsstudie: Griechenland gehört zu den Schlusslichtern Europas


Griechenland / Athen. Griechenland nimmt im Bildungssektor eine äußerst schlechte Position ein. Bei einem Euro-Ranking im Rahmen einer Bildungsstudie der Bertelsmann-Stiftung belegt Hellas gemeinsam mit Rumänien und Bulgarien die letzten drei Plätze. Zahlreiche Fachleute hatten in einem aufwendigen Verfahren Statistiken und Studien ausgewertet, um die Möglichkeiten des lebenslangen Lernens in den einzelnen europäischen Ländern darzulegen. Nicht nur die Qualität der Schulen und Hochschulen, sondern auch das Angebot für soziales Engagement und sportliche Aktivitäten wurde mit einbezogen. Griechenland stecke nicht nur in einer dramatischen finanziellen Krise, sondern auch in einer tiefen Lernkrise, so die Stiftung. Deutschland befand sich im Mittelfeld des Euro-Rankings, Dänemark und Schweden auf den Plätzen eins und zwei. (GZks)

Quelle: Griechenlandzeitung 30.08.10

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Kefalonitissa
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Re: Bildungsstudie: Griechenland gehört (angeblich) zu den Schlusslichtern Europas

by: Kefalonitissa at 30.08.2010 16:48:57

So, und dann sollte man sich auch gleich einmal anschauen, was die Bertelsmann-Stiftung, die die obige Studie durchgeführt hat, eigentlich ist:

Bezweifelt wird in vielen Medien die Behauptung der Bertelsmann-Stiftung, dass sie parteipolitisch Neutral sei. Die politische Einseitigkeit der Stiftung äußert sich darin, dass vor allem Politiker und Beamte mit wirtschaftsliberalen Ansichten in die Projekte der Stiftung eingebunden werden. Zu den linken Parteien bestehen so gut wie keine Kontakte

Zudem betreibt die Stiftung durch Vorabsprachen mit Politikern jenseits der Parlamente „eine Privatisierung der Politik“ . Die Zusammenarbeit mit Ministerien und Politikern folgt dem Prinzip der gegenseitigen Instrumentalisierung:
Beamte und Politiker erhielten einen geschützten Raum, wo sie kostenlos und exklusiv informiert würden und diskutieren könnten, während die Stiftung sich dafür den Zugang zu allen Projekten, die sie beeinflussen wolle, sichere. Im Ergebnis sei es gleich, wer gewählt werde, irgendwie regiere die Bertelsmann Stiftung immer mit. Der ehemalige SPD-Politiker Albrecht Müller nennt die Bertelsmann-Stiftung „eine antidemokratische Einrichtung“.

Nach Ansicht der linksorientierten Tageszeitung junge Welt ist die Stiftung „ein Think Tank [Denkfabrik], der bei „neoliberalen Reformen“ wie Studiengebühren, Controlling in Schulen, Hartz IV, aber auch in Kampagnen wie »Du bist Deutschland« politische Macht im Sinne der Stiftung ausübt.
Eine „Macht ohne Mandat“ sieht auch die Tageszeitung Tagesspiegel in der Stiftung.
Demokratisch legitimierte Macht im Staate werde mehr und mehr durch Wirtschaftsmacht zurückgedrängt, ja sogar teilweise schon ersetzt, kritisiert Wolfgang Lieb das „zivilgesellschaftliche Engagement“ der Bertelsmann Stiftung.

Aus privaten Netzwerken und Souffleuren der Macht würden tatsächliche Machthaber. So habe sich inzwischen eine private institutionelle Macht des Reichtums herausgebildet, die streng hierarchisch organisiert ihren Einfluss über das gesamte politische System ausdehne und die Machtverteilung zwischen Parteien, Parlamenten und Exekutive unterwandere und gleichzeitig die öffentliche Meinung präge.

Diese Art von Zivilgesellschaft befördere nicht nur die ohnehin bestehende materielle Ungleichheit zwischen Arm und Reich, sondern dieser Weg schließe – anders als das im Modell des Mehrheitsprinzip in der Demokratie vorgesehen sei – vor allem die große Mehrheit der weniger wohlhabenden Bevölkerung mehr und mehr von der politischen Teilhabe und der Gestaltung ihrer gesellschaftlichen Zukunft aus. „Die Timokratie – eine Herrschaft der Besitzenden – löst die Demokratie ab“, meint Lieb.

Die „Nebenregierung in Gütersloh“ wirtschafte de facto mit öffentlichem Geld, weil der Bertelsmann-Eigentümer Mohn durch die Übertragung von drei Vierteln des Aktienkapitals auf die Stiftung gut zwei Milliarden Euro Erbschafts- oder Schenkungssteuer gespart habe und die jährliche Dividenden-Zahlung an die Stiftung steuerfrei sei.
Insofern gebe sie mit ihrem Jahresetat von rund 60 Millionen Euro nicht mal annähernd soviel aus, wie sie den Fiskus koste. Der Soziologe und internationale Stiftungsforscher Frank Adloff nennt es einen unhaltbaren Zustand, dass sich die Stiftung vor keinem Parlament oder Rechnungshof für den Einsatz dieser Gelder rechtfertigen müsse.

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Nun ja, hört sich ja nicht gerade so toll für die Stiftung an. Und komisch an der ganzen Sache ist auch, dass man in anderen Studien/Rankings, die z.B. auch von den EU-Institutionen selbst durchgeführt wurden zu ganz anderen Ergebnissen kommt. Beim Anteil der Abiturienten und Studierenden gehört Griechenland mit zu den Ländern, die ganz vorne in Europa liegen.....

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