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Swarming Noborder Griechenland 2010
von: zazikilover am 04.09.2010 10:17:40![]()
Auch dieses Jahr gibt es wieder Aktivitäten von antirassistischen Aktivist_innen in Griechenland, die sich gegen die Abschottungspolitik der EU richten. Nach dem NoBorder-Camp im August 2009 auf Lesvos mit ca. 500 Teilnehmenden gab und gibt es dieses Jahr eine Reihe von Aktivitäten auf
den Inseln Samos und Lesvos. Ergänzt wurden diese durch Recherche-Reisen nach Izmir und in die Evros-Region. Vor und nach den Hauptstationen Samos und Lesvos tourt(e) ein Infomobil durch Griechenland. Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Für detaillierte Berichte zu einzelnen Themen lohnt sich ein Blick auf die Kampagnenseite http:\w2eu.net.Die Aktionen sind noch nicht abgeschlossen- ihr dürft euch also auf neue Berichte und Ergänzungen freuen.
Auch dieses Jahr gibt es wieder Aktivitäten von antirassistischen Aktivist_innen in Griechenland, die sich gegen die Abschottungspolitik der EU richten. Nach dem NoBorder-Camp im August 2009 auf Lesvos mit ca. 500 Teilnehmenden gab und gibt es dieses Jahr eine Reihe von Aktivitäten auf
den Inseln Samos und Lesvos. Ergänzt wurden diese durch Recherche-Reisen nach Izmir und in die Evros-Region. Vor und nach den Hauptstationen Samos und Lesvos tourt(e) ein Infomobil durch Griechenland. Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Für detaillierte Berichte zu einzelnen Themen lohnt sich ein Blick auf die Kampagnenseite http:\w2eu.net.Die Aktionen sind noch nicht abgeschlossen- ihr dürft euch also auf neue Berichte und Ergänzungen freuen.
Hungerstreik in Athen und Massengrab in der Evros-Region
In Athen gab es einen Hungerstreik von 6 iranischen Flüchtlingen (von denen einer aus Deutschland aufgrund der DublinII-Verordnung abgeschoben wurde). Nachdem der Hungerstreik bereits für 2 der Beteiligten über einen Monat dauerte und die Situation zunehmend kritisch wurde, gab der griechische Staat endlich nach und gewährte allen volles politisches Asyl durch eine
ausnahmsweise Inkraftsetzung einer bereits abgeschafften Präsidial-Verordnung. Momentan gibt es in Griechenland kein Asylgesetz. Die präsidialen Verordungen wurden außer Kraft gesetzt und sollen im Laufe des nächsten Jahres durch ein neues Gesetz ersetzt werden. Momentan ist keine Internierung von Flüchtlingen möglich, da diese gegen zentrale Grundrechte verstößt und Griechenland sich keinen Ärger deswegen mit der EU leisten kann.
Aktivist_innen des Welcome to Europe-Netzwerks deckten im August auf, dass 38 im Evros-Gebiet bei der Überquerung des Grenzflusses ertrunkene Flüchtlinge ohne Begräbnis in einem Massengrab verscharrt wurden. Sie lösten damit ein breites Medienecho in Griechenland aus.
Aktivitäten auf Samos
Am Samstag,den 28.August, gab es nachmmittags mit etwas Verspätung einen Demozug entlang der Hafenpromenade von Vathi (Samos City) zum Frontex-Container. Es gab eine Zwischenkundgebung auf dem Hauptplatz zwischen mehreren Cafes. Die Hafenpromenade wurde gut mit Sprühereien ("Frontex kills", "assassini") eingedeckt. Das Schiff von Frontex (aus Italien, jedoch auch mit mind. einem ungarischen Besatzungsmitglied) und zwei griechische Küüstenwachboote wurden bereits vor Beginn des Demozugs in Sicherheit gebracht. Die Menschenjäger durften sich aber trotzdem auf einige "nette" Begrüßungen auf dem Boden freuen. Ein Container vor dem Gebäude der Küstenwache, der Frontex als Büro dient, wurde von oben bis unten verschönert. Die anwesenden Hafenbullen hielten sich zurück und baten die Aktivist_innen "Please don't paint". Wir spekulieren, dass es wohl Unstimmigkeiten zwischen Frontex und den lokalen Küstenwachen, die sich kontrolliert und bevormundet fühlen dürften, gibt. Samstag und Sonntag abend gab es Infoveranstaltungen für die lokale Bevölkerung und Tourist_innen in Vathi und Karlovassi.
Wir fanden den lokalen Flüchtlingsknast leer vor. Er wurde gerade gereinigt und renoviert und befindet sich oberhalb von Vathi. Anders als Pagani auf Lesvos (das momentan offen ist) ist dieser Knast durch mehrfachen Stacheldrahtzaun und Sicherheitskameras gesichert. Er bietet sich daher für das notorisch klamme Griechenland für eine spätere Verwendung an, wenn das neue System eingeführt ist. Nach Aussage eines Küsten"schützers" kommen auf Samos momentan (fast) keine Flüchtlinge mehr an. Schlepper_innen werden in Griechenland mittlerweile oft zu absurd hohen Haftstrafen zwischen 20 und 60 Jahren verurteilt. Das wird mit dem Vorwurf des "versuchten Mordes" begründet. Dadurch dürfte der Preis für die Überfahrt für die meisten Flüchtlinge zu teuer geworden sein, so dass kaum noch welche auf den griechischen Inseln ankommen.
Aktivitäten aus Lesvos
Auf Lesvos wird es eine Reihe von Aktivitäten geben. Sie sollen an die Aktionen letztes Jahr anschließen und zusammen mit lokalen Gruppen durchgeführt werden. Es wird eine Gedenkaktion für die 8 Flüchtlinge geben, die im Oktober in der direkt an der Nordküste von Lesvos ertrunken sind. Solche Bootsunglücke gibt es, da leichtere Reisewege in die EU durch die immer stärkere Abschottungspolitik der EU geschlossen werden.Die Verantwortlichen in den EU-Behörden (v.a. Frontex) und in den einzelnen Mitgliedsstaaten tragen also die Schuld an hunderten Todesfällen jedes Jahr. Nicht nur in Griechenland, sondern an allen Außengrenzen der EU.
Außerdem werden Infoveranstaltungen durchgeführt und der Dialog mit lokalen Aktivist_innen und Einwohner_innen gesucht. Weitere Infos zu Aktivitäten und der Situation am Burggraben der Festung Europa findet ihr auf der Seite des Netzwerks Welcome to Europe
Quelle: http://de.indymedia.org/2010/09/289165.shtml
Größenwahnsinn á la Stuttgart
von: Kefalonitissa am 03.09.2010 18:12:33Jassas, Griechenland muß sparen, aber in Deutschland/Stuttgart kann man das Geld zum Fenster rausschmeißen.
Falls jemand in Stuttgart oder der näheren Umgebung wohnt
und auch gegen das "Größenwahnsinnsprojekt Stuttgart21" ist,
dann kommt doch einfach auch zur Großdemo heute Abend.
In einer Stunde (um 19 Uhr) geht es am Hauptbahnhof los 
Re: gibts was besseres?!
von: Kefalonitissa am 03.09.2010 16:50:47Hej, dein Beitrag ist beim "Off-Topic" schon richtig plaziert, also keine Sorge 
Was mich jetzt nur interessieren würde, wie um alles in der Welt kommst du an einem Freitagnachmittag auf Lieferdienste????
Ah, jetzt fällt es mir ein - du hast an das kommende Wochenende gedacht, wo man eigentlich schön im Bett bleiben könnte und sich alles bequem an die Haustür liefern lassen könnte, oder ? 
gibts was besseres?!
von: NoodleZ am 03.09.2010 16:11:22..gits denn was besseres als lieferdienste ?...ich meine das ist ein super service dan aber kaum einer in anspruch nimmt..warum ?..ne ernsthaft ich würde gerne wissen wie ihr darüber denkt!
und bevor mich alle fertig machen, wieso ich so einen müll schreibe...sagt mir auch wo hätte besser reinpassen sollen!
mfg!
Conergy gewinnt Großauftrag in Griechenland
von: zazikilover am 03.09.2010 16:10:30
Der Solarkonzern Conergy hat in Griechenland einen Großauftrag an Land gezogen und damit seinen Aktien Auftrieb verliehen. Mit einem lokalen Privatinvestor sei ein Rahmenvertrag zum Bau von 20 Solarkraftwerken geschlossen worden, teilte Conergy mit.
Zum Volumen machte der Hamburger Konzern keine Angaben. Wie eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte, dürfte der Auftragswert zwischen 80 und 85 Millionen Euro liegen. An der Börse kamen die Nachricht gut an: Die Aktie drehte ins Plus und notierte rund ein Prozent höher bei 65 Cent.
Die Kraftwerke mit jeweils zwischen ein und vier Megawatt (MW) befänden sich kurz vor Abschluss der Genehmigungsverfahren. Conergy könne daher spätestens im Frühjahr 2011 als Generalunternehmer mit dem Bau beginnen. Im Herbst 2012 sollen dann alle Solarkraftwerke ans Netz gegangen sein. Conergy hat 2010 schon mehrere Aufträge aus Griechenland erhalten, das Investoren mit einer hohen staatlichen Förderung lockt. Solaranlagenbetreiber kassieren zwischen 45 und 50 Cent, über zehn Cent mehr als in Deutschland.
Quelle: http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article9365322/Conergy-gewinnt-Grossauftrag-in-Griechenland.html
Zuletzt bearbeitet am 03.09.2010 16:11:25.
IWF warnt vor Panik
von: zazikilover am 03.09.2010 16:09:07Experten: Keine Anzeichen für unabwendbare Staatsbankrotte
Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat vor Panikreaktionen der Märkte wegen zunehmender Staatsschulden in vielen Ländern gewarnt. Selbst in Nationen wie Griechenland, die sehr tief im Minus sind, gebe es keine Anzeichen für unabwendbare Staatsbankrotte, heißt es in einer Studie der Organisation. Dennoch sei die Situation für immer mehr Staaten ernst. Um einen radikalen Kurswechsel hin zum Sparen kämen viele nicht herum.
Vor allem im Zuge der Schuldenkrise in Europa ging die Angst um, dass sich stark verschuldete Staaten, die hohe Zinsaufschläge für ihre Kredite zahlen müssen, nur noch mit Mitteln wie einer Währungsreform oder einem Schuldenerlass aus ihrer Situation retten könnten. Dieses Risiko sei stark überbewertet, schrieb der IWF nun. Es herrsche zu viel Pessimismus an den Märkten.Eine besondere Bedrohung schreibt der IWF insbesondere Griechenland, Italien, Japan und Portugal zu. In einer zweiten Kategorie bedrohter Länder befinden sich demnach die USA, Großbritannien, Spanien, Island und Irland.
Der IWF macht seine Einschätzung vom Schuldenstand der Länder in Relation zu deren Bruttoinlandsprodukt (BIP) fest. Demnach sollte kein Land einen Schuldenstand von mehr als 90 Prozent des BIP haben - einen Wert, den alle bedrohten Staaten bis 2015 nach Voraussage des IWF weit überschritten haben werden und es zum Teil heute schon deutlich tun. Auch Deutschland laufe Gefahr, über diese Grenze zu kommen. Die größten Spielräume, um mit neuen Bedrohungen für die globale Wirtschaft fertig zu werden, haben nach IWF-Einschätzung Australien, Dänemark, Südkorea, Neuseeland und Norwegen.
Die Bundesregierung hat indessen grünes Licht für die nächste Milliardenhilfe für Griechenland gegeben. Das Land habe die Auflagen des Sparprogramms bis zum Ende des zweiten Quartals erfüllt. Die Bundesregierung befürworte daher die Auszahlung der zweiten Kredittranche am 13. September. Das geht aus einem Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs im Finanzministerium, Steffen Kampeter (CDU), an die Vorsitzende des Bundestags-Haushaltsausschusses, Petra Merkel (SPD), hervor. Die erste Kredithilfe Deutschlands umfasste 4,43 Milliarden Euro, die fällige zweite Tranche beträgt 1,5 Milliarden Euro. Das Geld wird von der staatlichen KfW Bankengruppe ausgereicht.
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/55O38L/3558201/IWF-warnt-vor-Panik.html
Re: Heißer Herbst in Griechenland?
von: Kefalonitissa am 03.09.2010 14:08:07Und gleich noch ein weiterer Beitrag zum Thema griech. Gewerkschaften und Regierung:
Scharfe Kritik der Gewerkschaften an der Regierung
Griechenland / Athen. Scharfe Kritik an der Wirtschaftspolitik der Regierung übte der Präsident des Gewerkschaftsbundes GSEE, Jannis Panagopoulos, bei einem Treffen mit Premier Jorgos Papandreou.
Gleichzeitig übergab der Arbeitnehmervertreter dem Regierungschef ein Positionspapier. Darin wird u. a. ein anderer Mix in der Wirtschaftspolitik gefordert, die Stützung des Sozialversicherungssystems durch den Staat sowie eine Anhebung des Arbeitslosengeldes auf 80 Prozent des letzten Lohnes.
Das mit der Troika aus Internationalem Währungsfonds, EU und Europäischer Zentralbank vereinbarte Memorandum sowie die Sparpolitik laste auf den Arbeitnehmern, so Panagopoulos.
Auch die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst ADEDY schlug mit ihrer Kritik in dieselbe Kerbe. Sie forderte ein Treffen mit dem Premier, um die Probleme der Beamten sowie der Rentner zu erörtern, wie dies über Jahrzehnte der Fall gewesen sei.
Die ADEDY kündigte auch an, dass sie bei der am Wochenende beginnenden Internationalen Messe Thesaloniki nicht anwesend sein werde. (GZks)
Quelle: Griechenland Zeitung 03.09.10
Bautätigkeit in Griechenland sinkt rapide
von: Kefalonitissa am 03.09.2010 14:02:59Quelle: Griechenland Zeitung 03.09.10
Griechenland. Die Bautätigkeit in Griechenland sank im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um 32,24 %.
Der August stellt damit den absoluten Tiefpunkt in dieser Branche in den letzten fünf Jahren dar.
Wie die Ingenieurskammer Griechenlands (TEI) am Donnerstag außerdem bekannt gab, sind die Einnahmen aus Projektstudien sowie Bauinspektionen im Juni um 12,19 % und im Juli um 14,01 % gesunken.
Steuerbelastungen, fehlende Kredite und mangelnde Wachstumspolitik hätten dem TEI-Präsidenten Jannis Alavanos zufolge diesen „tragischen Kurs“ im Bausektor verursacht. (GZks)
Heißer Herbst in Griechenland?
von: Kefalonitissa am 02.09.2010 23:21:03Quelle: http://www.tagesschau.de/ausland/griechenlandsommer100.html
Folgt nach der Sommerpause der heiße Herbst?
Viele Griechen sind sauer: Die Löhne sinken, sie müssen sparen, die Wirtschaft schrumpft, die Preise steigen - alles Folgen des drastischen Sparprogramms der Regierung. Der Unmut im Land wächst. Gewerkschaften kündigen bereits einen heißen Herbst in Griechenland an.
Die U-Bahn in Athen ist zur Zeit etwas voller als sonst im Sommer. Es geht eng und hektisch zu im Berufsverkehr. Viele der Passagiere fahren erst seit ein paar Monaten regelmäßig mit der U-Bahn. Die Regierung hat die Mineralölsteuer erhöht, Benzin ist in Griechenland deutlich teurer geworden - um fast 50 Cent pro Liter. Immer mehr Athener lassen aus Spargründen ihr Auto stehen.
Während unter der Erde die U-Bahnen voll sind, geht es oben auf den Straßen der griechischen Hauptstadt, viel gemütlicher zu als noch vor ein paar Jahren. Das scheinbar rund um die Uhr mit Autos verstopfte Athen, das war einmal. Es ist unbestritten eine der positiven Nebenwirkungen der griechischen Schuldenkrise: mehr direkte Lebensqualität in den großen Städten des Landes durch weniger Verkehr auf den Straßen.
Die Taxifahrer freut es, sie kommen schneller voran. Allerdings haben sie weniger Kunden als noch vor einigen Monaten. Die Folge sind finanzielle Einbußen, sagt der 30-jährige Taxifahrer Johannes. "Noch bis vor ein paar Monaten kam es oft vor, dass man gar kein Taxi finden konnte. Jetzt findet man sofort eins. Die Leute haben finanzielle Probleme und nehmen die U-Bahn oder den Bus. Das hat uns die Krise gebracht."
Immer weniger Athener können oder wollen sich ein Taxi leisten. Die Taxiunternehmer haben in den vergangenen Monaten mehrfach die Preise erhöht. Johannes schätzt, dass er jeden Tag rund zwei Stunden länger als bisher arbeiten muss, um auf den gleichen Tageslohn wie noch vor einem Jahr zu kommen. "Alle Fahrgäste, die bei mir einsteigen, schimpfen über die Politiker. Alle sagen: Die Politiker sind schuld an der Krise! Natürlich, auch wir als Bürger tragen einen Teil der Verantwortung. Aber das meiste kriegen die Politiker ab."
Die Taxifahrt endet in der Altstadt von Athen. Kleine Gassen, gemütliche Tavernen vor denen liebevoll gedeckte Tische stehen, ab und zu hört man Musik. Hier scheint die typisch griechische Welt noch in Ordnung zu sein - könnte man meinen. "Viel übrig bleibt uns nicht", sagt ein Kellner in einem der Restaurants. "Die Leute sollen bloß nicht glauben, dass wir hier das große Geld verdienen. Das war bisher nicht so, und jetzt, mit den neuen Maßnahmen, geht’s noch weiter runter!" So wie diesem Kellner bleibt fast allen Griechen am Monatsende weniger Geld zum Ausgeben als noch vor einigen Monaten.
Inzwischen bekommen die Griechen den enormen Schuldendruck, der auf ihrem Land lastet, direkt zu spüren.
Die Regierung unter Ministerpräsident Giorgios Papandreou hatte drastische Sparmaßnahmen beschlossen und umgesetzt. Unter anderem hat sie mehr als 700.000 Staatsbediensteten die Bezüge gekürzt, außerdem bekommen die Rentner weniger Geld. Auf den ersten Blick funktioniert das Sparprogramm. Das Haushaltsdefizit Griechenlands ist nach Angaben des Finanzministeriums in Athen um fast 40 Prozent zurück gegangen. Das ist mehr als geplant.
Die logische Folge der Einschnitte im öffentlichen Sektor ist aber auch: Die Menschen müssen sparen, geben weniger Geld aus, und das fehlt plötzlich in der griechischen Wirtschaft mit ihrem besonders großen Dienstleistungssektor. Folge: Die Wirtschaft des Landes schrumpft, und zwar deutlich.
Dem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung des Landes steht gleichzeitig eine Inflation von 5,5 Prozent gegenüber. Die Teuerungsrate ist eine der höchsten in der Europäischen Union. Fragt man in Griechenland, wer an den steigenden Preisen schuld ist, hört man als Antwort fast immer: "die Troika". Das ist die gängige Bezeichnung für das Dreierteam aus Europäischer Zentralbank, der EU-Kommission und dem Internationalen Währungsfonds IWF. Dieses Dreierteam war es, das im Frühjahr die internationalen Hilfskredite für Griechenland auf den Weg gebracht und das Land so vor einer Staatspleite bewahrt hat
Doch das 110 Milliarden Euro schwere Rettungspaket gab es nicht als ungedeckten Scheck. Die Bedingung der Troika: Ihre Finanzexperten überwachen künftig die Sparmaßnahmen der griechischen Regierung.
Vor allem zahlreiche linke Politiker und die Gewerkschaften lehnen das entschieden ab. Ihr Vorwurf: Griechenland mache sich so abhängig und lege sich selber an die Kette internationaler Finanzorganisationen. „Der IWF hat vielleicht das technische Wissen, wie man Löhne beschneidet. Was sie uns aber nicht verraten haben: Wie man die Preise runterdrückt! In Griechenland liegt das Preisniveau bei 93 Prozent des Euro-Raums, beim Lohnniveau liegen wir bei 63 Prozent", sagt der Präsident des griechischen Gewerkschaftsdachverbands GSEE, Giannis Panagopoulos.
Vor alle junge Berufseinsteiger verdienen oft nicht mehr als 800, 900 Euro nach Steuern und Sozialabgaben pro Monat. In kleinen Orten mag das zum Leben reichen. In einer Großstadt wie Athen jedoch, in der sich die Preise oft nicht von denen in Paris oder London unterscheiden, kann man von dieser Summe kaum leben. So wie dieser 27-jährigen Studentin aus Athen geht es vielen Gleichaltrigen in der griechischen Hauptstadt. "Wir haben kein Geld für persönliche Dinge mehr. Ins Kino oder in Kneipen gehen, ein Bier trinken - geht alles nicht mehr. Das Schlimmste ist aber: Wir werden entweder gefeuert oder finden erst gar keine Arbeit. Ich möchte zum Beispiel Lehrerin werden, das habe ich studiert. Aber ich weiß, dass es wahrscheinlich auf einen Kellner-Job hinauslaufen wird."
Nur ein paar Gehminuten vom Parlament entfernt sitzt Ilias Iliopoulos im ersten Stock des ADEDY-Gebäudes. Hinter der Abkürzung ADEDY verbirgt sich die einflussreiche griechische Beamtengewerkschaft. Ilias Iliopoulos ist ihr Generalsekretär.
Er hat mehr als ein Dutzend verschiedene Zeitungen auf seinem Schreibtisch ausgebreitet. In den meisten Artikeln geht es um die Folgen der Schuldenkrise: die steigende Arbeitslosigkeit, weiter steigende Preise und die neueste Hiobsbotschaft: Das Ergebnis einer Umfrage der Athener Industrie- und Handelskammer. Demnach haben 86 Prozent der befragten Unternehmen in der Stadt Probleme, ihre Rechnungen zu bezahlen. Es drohen noch mehr Firmenpleiten, weitere Jobs stehen auf dem Spiel.
Für die kommenden Wochen zeichnet Ilias Iliopoulos ein düsteres Bild. "Die Sparmaßnahmen werden sich erst im Herbst so richtig bemerkbar machen. Der Durchschnittsarbeitnehmer hat noch gar nicht begriffen, was auf ihn zukommt. Im September, im Oktober werden die Leute die harte Realität erkennen. Dass sie dann zum Beispiel die Miete nicht mehr bezahlen können. Oder die Raten fürs Haus."
Der ADEDY-Generalsekretär formt seine rechte Hand zur Faust, während er spricht. Die Proteste und Streiks seien nur ein Anfang gewesen, betont er. Viele Griechen hätten es in den vergangenen Wochen wegen der Sommerpause ein bisschen ruhiger angehen lassen. Doch das sei nur die Ruhe vor dem Sturm, so der Gewerkschafter.
"Im Herbst wird der Protest der Leute explosive Ausmaße annehmen.
Das bisher war nur ein Versuch, der Regierung zu sagen: Wir lehnen diese falsche Politik ab. Unsere neue Nachricht heißt: Wir werden diese falsche Politik beseitigen
Im September, das haben Gewerkschaften und Oppositionspolitiker bereits angekündigt, soll ganz Griechenland mit neuen Streiks und Demonstrationen überzogen werden.
Quer durch die politische Landschaft versprechen die Aktivisten: Es wird ein heißer Herbst in Griechenland.
Von Steffen Wurzel, ARD-Hörfunkstudio Istanbul
Re: Costa Navarino - Griechenland setzt auf Luxus-Urlaub – trotz Krise
von: Kefalonitissa am 02.09.2010 17:58:11Ach, wie nett und schön...... War ja auch dringend notwendig. Wo sollen denn all die Leute mit dem vielen Geld auch sonst noch Urlaub machen? Monte Carlo, Bahamas, Malediven, Mykonos – ach Gott, wie langweilig. Etwas Neues muß her.
Und wow – 4 Golfplätze und neue Umweltschutztrends?
Na, da kann man sich doch so richtig austoben. Golfplätze sind ja auch sooooo was von öko und umweltschonend. Brauchen doch nur so wenig Wasser. Was sind denn schon schlappe 35.000 Kubik Wasser
pro Sommer und 18-Loch-Golfplatz (bezieht sich auf Mitteleuropa, wo es im Sommer auch ab und zu mal regnet, in Griechenland dürfte der Wasserverbrauch noch um einiges höher liegen).
Ach, aber ist ja alles okay, denn wir wissen ja, dass Messinia eine sooooo regenreiche Gegend ist. Auf der Peloponnes gibt es ja so viel Wasser, da regnet es und regnet es..... und deshalb konnte man 2007 auch soooo schnell die vielen Feuer löschen, denn es gab ja Wasser im Überfluß
Und die ganze Tourist-Anlage ist ja auch so groß. Mannomann, da brauch man ja gar nicht mehr raus in die Dörfer und in die Umgebung gehen.
Da kann man ja während des ganzen Urlaubs im Hotelbereich bleiben und sein Geld da verpulvern.
Wie bitte, da hat dann die einheimische Bevölkerung nichts davon? Aber nein, die kriegen doch alle eine Stelle als Zimmermädchen und Kofferträger. Da müssen die doch dankbar sein.
Was, jetzt gibt’s schon erste Beschwerden, dass die Einheimischen nicht gut genug Englisch sprechen?
Tja, wenn das so ist, dann ersetzen wir sie doch schnell durch ein paar Philippinos, die können garantiert Englisch und sind auch viel billiger....
Also, auf ins neue Tourist-Wunderland, die Zimmer kosten jetzt in der Nachsaison auch nur ein paar müde Euros. Für 250 Euro pro Nacht kriegt man schon Zutritt ins Luxusresort. Und wenn's ein wenig mehr sein soll, z.B. etwas Meerblick und ein eigener kleiner Pool direkt am Meer (ja, so etwas braucht man zur Entspannung ganz dringend) dann legt man ja auch gerne 450 Euro pro Nacht auf den Tisch. Man gönnt sich ja sonst nichts.....
Wie bitte, ein durchschnittlicher griechischer Rentner bekommt nur eine monatliche Rente von circa 600 Euro?
Tja, Pech gehabt. Es war schon immer etwas teurer einen besonderen Geschmack zu haben
oder anders ausgedrückt: was sucht ein griechischer Rentner denn eigentlich in so einem Luxusresort? Also bitte, das muß ja nun wirklich nicht sein 



